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Luzerner Zeitung - 23.05.2018

Romano Cuonz
Das Freilichtspektakel «Ein Luzerner Jedermann» auf dem Jesuitenplatz
ist ein in vielen Teilen ganz ausserordentliches Ereignis.
Ganz einmalig wird es für die Schauspielerinnen Helena Steffen,
Tina Frank und Soley Tobler aus Ob- und Nidwalden.
Drei Ob- und Nidwaldnerinnen spielen beim «Jedermann» in Luzern mit. Die Laienspielerinnen Tina Frank, Helena Steffen und Soley Tobler (von links). Bild: Romano Cuonz (Luzern, 18.Mai 2018)

Drei Ob- und Nidwaldnerinnen spielen beim «Jedermann» in Luzern mit. Tina Frank, Helena
Steffen und Soley Tobler (von links). Bild: Romano Cuonz (Luzern, 18.Mai 2018)

«Einmal mit den Grossen des Luzerner Theaters aufzutreten, und dies
erst noch auf einer Freilichtbühne vor der Jesuitenkirche, das muss eine
tolle Sache sein», sagte sich die Alpnacherin Helena Steffen und meldete
sich voll Zuversicht fürs Casting an. Natürlich brachte die Obwaldnerin
eine gute Portion Erfahrung mit: Beispielsweise hatte sie im vergangenen
Jahr beim Sachsler Visionsgedenkspiel mitgewirkt.

Auch Tina Frank aus Oberdorf war dem Aufruf gefolgt. «Ich stand in den
vergangenen 20 Jahren mit grosser Begeisterung auf vielen Bühnen», sagt sie.
Und schmunzelt: «Zuletzt tanzte ich vor einem Saloon im Engelberger Winnetou,
ja gar eine Indianerin war ich da, die ein Kanu ruderte.» Hugo von Hofmannsthals «Jedermann» und erst noch in der genial frechen Luzerner Inszenierung von
Thomas Schulte-Michels, sei da nochmals eine andere Herausforderung.

 

Riesige Begeisterung für professionelle Theaterarbeit
Übrigens: Zum Casting nahm Tina Frank gleich noch ihre Tochter Soley Tobler
nach Luzern mit. Soley gesteht, dass sie als bisherige Praxis nur einen Kurs
beim Schultheater aufweisen konnte. «Dass ich dann diese Prüfung, bei der
ich singen und wie ein Zombie rumlaufen musste, trotzdem gleich auf Anhieb
bestanden habe, ist für mich ein Riesending», freut sie sich.
Und erzählt voll Stolz: «Im Stück trete ich erst einmal in der Festgemeinschaft
auf und später darf ich sogar noch ein ‹Nönnchen› mimen.» Was haben diese
drei Unterwaldner Schauspielerinnen gemeinsam? Eine riesige Begeisterung
für die professionelle Theaterarbeit, die der erfahrene Meister Thomas Schulte
auch mit den Gastspielern aus Landschaft und Stadt leistet. Da würden keine
Bewegung, kein Schritt, kein Zwischenruf und schon gar kein Gesang dem Zufall überlassen. «Ich habe beim ersten Spieltraining mehr gelernt als früher an ganzen Wochenenden», schwärmt Tina Frank. Und Helena Steffen ergänzt: «Der Regisseur arbeitet stark mit Bildern und dabei unterstreichen wir die Haltungen der Hauptfiguren.»


Kleine, aber wunderbare Rollen
Die imposante Tribüne erhebt sich über der Reuss, als mächtige Kulisse
die Jesuitenkirche. Davor agieren Theaterprofis wie Matthias Schoch als
Jedermann oder Miriam Joya Strübel als Buhlschaft. Doch sie alle könnten
diesem Spektakel aus Text und Musik nicht den nötigen Glanz verleihen,
wenn da nicht noch grosse Zahl verschiedenster Laienspieler mittun
würde. Besonders dabei: Alle haben sie zwar kleine, aber doch stets
herausfordernde Rollen. Tina Frank und Helena Steffen spielen im
Umfeld der Buhlschaft eine Art Partygirls. «Geradezu wunderbar ist das freche, vielversprechende Kostüm, das Tanja Liebermann für uns entworfen hat»,
erzählt Tina Frank. Ein Hauch von Leichtigkeit aus Tüll und Chiffon,
elegant und sinnlich, verführerisch und glamourös sei es.
Und später tragen beide noch ein zweites, ganz anderes Kostüm.
Helena Steffen beschreibt es voll Begeisterung: «Wenn Zuschauer
uns in diesem surrealen, ein wenig an Zirkusartisten erinnernden
Kostüm mit komischen Haaren am Kopf sehen, fragen sie sich bestimmt
sofort, ob wir nun tot oder lebendig seien.»

Genau solche Effekte beleben den nun schon 107-jährigen Jedermann,
den viele nur zu gut kennen, in der Luzerner Freilichtaufführung.
«Ich habe noch nie eine ähnliche Aufführung erlebt, die ist ganz einmalig»,
stellt Helena Steffen mitgerissen fest.


In der Tat: Auch, dass das Luzerner Theater und die Freilichtspiele Luzern
zusammenspannen und eine alte Tradition gemeinsam neu beleben, ist erstmalig.
Wenn Gott mit dem Luzerner Jedermann hadert, weil dieser Unsummen
für seine Buhlschaft ausgibt und keine Nächstenliebe kennt, wenn der Allmächtige
gar den Tod (Christian Baus) entsendet, den Prasser zur Rechenschaft zu ziehen,
wenn dieses Spiel in vollem Gange ist, kann ja – wie bei der Hauptprobe – durchaus
auch ein Gewitter einsetzen. Auch für diesen Fall hat das fünfköpfige
Produktionsteam vorgesorgt: Es gibt nämlich eine zweite, in vielen Teilen
ganz andere Regenversion, die im Theatersaal gespielt wird.
Helena Steffen dazu: «Wenn wir im Haus spielen, geht es um die kleinen Töne
und die feinen Bewegungen.»
Und Tina Frank ergänzt: «Diese Saalversion ist genauso faszinierend wie
die im Freien, eigentlich müsste man gleich zwei Mal ins Theater gehen,
einmal bei Schönwetter und einmal bei Regen.»

 

«Ein Luzerner Jedermann» – Freilichtspektakel dem Jesuitenplatz Luzern. 21 Abende bis zum 24.Juni. www.freilichtspiele-luzern.ch

Mai 2018

Luzerners Jedermann

Mai 2018

Nominierung Film festival Brianza (I)

Nominierung Best Short Film 2018 Brianza Italy. 
Preisübergabe "best filmmaker" aus 3500 Einsendungen - YEAAAH!

Mit Thimotey Ross und Tony Nucero.

März 2018

winner global FIlm Festival Awards

best Micro film 2018

Januar 2018

NEUE ROLLE BEI "foreign"

Im bewegenden Kurzfilm "Foreign" in welchem die Fremdenfeindlichkeit thematisiert und von Regisseur Timothy Ross gekonnt umgesetzt wird, verkörpert Tina Frank eine misstrauische Mutter welche ihre Kinder vom "Fremden" fern zu halten versucht.  



januar 2018

Werbedreh als Geigenspielerin

Als passionierte Geigenspielerin im KKL in Luzern im grossen Saal.